Semester-Gedanke

Was zu lernen lohnt

Da ist diese Blechdose aus Kindertagen. Sie kam beim Aufräumen zum Vorschein. Darin: ein Taschenmesser, eine Schnur, ein Teelicht, Streichhölzer, Draht, ein vergilbter Block und ein Bleistift. Zerfledderte Anleitungen zum Knoten binden und Feuer machen lagen dabei. Vor 50 Jahren hatte er die kleine Überlebensdose gepackt – als Bub, vermutlich in pfadfinderischer Absicht. Damals träumte er von einem Leben in der Wildnis. Heute klagt sein Rücken schon über ein Liegekissen.

Jetzt steht die Dose im Regal und wirft Fragen auf. Würde man sie heute befüllen, was käme hinein? Was braucht ein Mensch 2026, um fürs Leben gerüstet zu sein? Ein Handy? Oder eher die Fähigkeit, mit der digitalen Welt verantwortungsvoll umzugehen? Zählt akademische Bildung, oder sollten wir dem Handwerk wieder mehr Wert beimessen?

In der Bibliothek fällt Bernhard Pörksens neues Buch ins Auge: „Die Kunst, sich der Welt zu öffnen.“ Muss der Mensch das Zuhören neu lernen? Wir alle überbieten uns im Kampf um Aufmerksamkeit und senden ohne Pause, während die Zahl der Empfänger leise schwindet. Sicher ist: Der Mensch von heute muss den Umgang mit anderen neu üben. Vielleicht warten ja historische Vorbilder, leicht verstaubt, gleich um die Ecke darauf, wiederentdeckt zu werden?

Die Dose füllt sich erneut – diesmal anders. Zu den Werkzeugen haben sich die Fähigkeiten gesellt. Die Symbole bleiben: das Licht des Geistes, die Klinge der Vernunft, die verbindende Schnur, der beredte Bleistift, das geduldige Papier. Lassen Sie uns gemeinsam unser Rüstzeug prüfen – und sehen, was noch fehlt!

Vorstand und Beirat, Mai 2026

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Das Montagsforum ist eine universitäre, interdisziplinäre Veranstaltungsreihe im Kulturhaus Dornbirn, die sich in erster Linie an Menschen mit wachem und offenem Geist richtet und allen Interessierten offensteht.

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