Erich Gysling

Erich Gyslings journalistische Karriere führte über Tages- und Wochenzeitungen zum Schweizer Fernsehen (dort war er u.a. Leiter der Tagesschau und Chefredaktor). Außerdem ist er, seit den 70er Jahren, Chefredaktor des in sechs Sprachen jährlich erscheinenden Buchs „Weltrundschau“. In den 90er Jahren war er Sonderkorrespondent für SF DRS für Russland, und als Fachjournalist für Nahost publiziert er regelmäßig über die Politik arabischer Länder und Irans sowie über die islamische Herausforderung.

Erich Gysling (Jahrgang 1936) besuchte die Schulen in Zürich und studierte in Wien Kulturgeschichte. Schwerpunkt: Zensur im 19. Jahrhundert. Über dieses halbpolitische, halbkulturelle Gebiet fand er den Weg in den Journalismus. Er war erst für die Tageszeitung „Düsseldorfer Mittag“ und den Radio-Sender „RIAS“ (Berlin) tätig, dann für die Tagesschau des Schweizer Fernsehens. 1964 wurde er Leiter der damals noch kleinen deutschsprachigen Tagesschau-Redaktion, 1968 Leiter des Ausland-Ressorts und damit auch Mitbegründer der Sendung „Rundschau“. 1972 wechselte er als Chef des Ausland-Ressorts zur „Weltwoche“, kehrte zehn Jahre später zum Fernsehen zurück und übernahm dort 1985 die Funktion des Chefredaktors für den gesamten Informationsbereich und gleichzeitig des Leiters der Tagesschau. 1990 wollte er sich wieder an die „journalistische Front“ begeben und übernahm die Leitung der „Rundschau“. Von 1994 bis 1996 Chefkommentator für politische Ereignisse und Sonderkorrespondent für Russland, bis 2013 Präsident von „Forum Ost-West“ und bis 2007 Moderator und Redaktor von „Standpunkte“ für NZZ-Presse-TV, jetzt weiterhin Chefredaktor der „Weltrundschau“ und in freier Form für elektronische Medien und Zeitungen tätig. Er bereist regelmäßig die Länder des Nahen Ostens, Iran, die Kaukasus-Region und Zentralasien.

Erich Gysling absolvierte während der journalistischen Karriere ein Arabisch-Studium.

Publikationen:

  • Magnetfeld der Ungleichen: Amerika – Europa. Edition Interfrom (Texte + Thesen 55), Zürich 1974
  • Arabiens Uhren gehen anders. Eigendynamik und Weltpolitik in Nahost. Edition Interfrom (Texte + Thesen 149), Zürich 1982
  • Zerreissprobe in Nahost. Menschen – Schicksale – Traditionen. Benziger, Zürich/Köln 1986
  • Krisenherd Nahost. Ein aktueller Dialog (mit Arnold Hottinger). NZZ, Zürich 1991
  • Stunde der Wahrheit für die Schweiz. Erich Gysling im Gespräch mit Flavio Cotti. Universitätsverlag, Fribourg 1992, ISBN 3-7278-0824-1
  • 1945 – die Schweiz im Friedensjahr (mit Mario König und Michael T. Ganz). Silva, Zürich 1995
  • In dem 2008 erschienen Buch „Im Zeichen der Religion“ (eine Publikation, die aufgrund einer Ringvorlesung in der Uni Zürich entstand – Verlag Campus Frankfurt / New York) verfasste er das Kapitel „Fundamentalismus und Machtpolitik“.