Univ.-Prof. Dr. Michael Borgolte

geb. 1948

Studium der Geschichte, Germanistik und Philosophie in Münster/Westf. Promotion ebd. über „Der Gesandtenaustausch der Karolinger mit den Abbasiden und mit den Patriarchen von Jerusalem“ (Druck 1976). Habilitation in Freiburg/Br. mit einer verfassungsgeschichtlichen Schrift zum früheren Mittelalter (im Druck: „Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit“, 1984, und: „Die Grafen Alemanniens in merowingischer und karolingischer Zeit. Eine Prosopographie“, 1986).

Lehrtätigkeit als Privatdozent und Professor in Freiburg/Br., Frankfurt/M., Basel und Bamberg. Im Rahmen eines Heisenbergstipendiums entstanden die Monographien „Petrusnachfolge und Kaiserimitation. Die Grablegen der Päpste, ihre Genese und Traditionsbildung“ (1989, 21995) und „Die mittelalterliche Kirche“ (1992, 22004).

Berufung auf den Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte I an der Humboldt-Universität zu Berlin 1991. Forschungen zur Geschichte der Mittelalterhistorie nach 1945 in den beiden deutschen Staaten in: „Mittelalterforschung nach der Wende“ (Hrsg. und Mitautor, 1995), und in: „Sozialgeschichte des Mittelalters. Eine Forschungsbilanz nach der deutschen Einheit“ (1996). Betreuung mehrerer Forschungsprojekte der Deuschen Forschugsgemeinschaft zum mittelalterlichen Stiftungswesen.

Berufung auf den Lehrstuhl für Geschichte des Mittelalters an der Universität Erlangen-Nürnberg 1997. Nach Ablehnung des Rufes Gründung eines Instituts für vergleichende Geschichte Europas im Mittelalter. Mehrere Monographien und Sammelbände zu diesem Thema, u. a.: „Christen, Juden, Muselmanen. Die Erben der Antike und der Aufstieg des Abendlandes, 300 bis 1400 n. Chr.“ (2006) sowie Herausgeber der Reihe „Europa im Mittelalter. Abhandlungen und Beiträge zur historischen Komparatistik“ (Berlin 1999ff., bisher 16 Bände). Fellow am Max-Weber-Kolleg Erfurt 2008/2009; seither globalhistorische Studien zum Mittelalter.

Ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Geisteswissenschaftliche Klasse, 2006.

Selbständige Schriften (Auswahl)

1. Der Gesandtenaustausch der Karolinger mit den Abbasiden und mit den Patriarchen von Jerusalem (Münchener Beiträge zur Mediävistik und Renaissance-Forschung 25), München 1976

2. Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit (Vorträge und Forschungen, hg. vom Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte, Sonderband 31), Sigmaringen 1984

3. Die Grafen Alemanniens in merowingischer und karolingischer Zeit. Eine Prosopographie (Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland 2), Sigmaringen 1986

4. Petrusnachfolge und Kaiserimitation. Die Grablegen der Päpste, ihre Genese und Traditionsbildung (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 95), Göttingen 1989, 21995

5. Die mittelalterliche Kirche (Enzyklopädie Deutscher Geschichte 17), München 1992

6. „Totale Geschichte“ des Mittelalters? – Das Beispiel der Stiftungen (Humboldt-Universität zu Berlin, Öffentliche Vorlesungen 4), Berlin 1993

7. Sozialgeschichte des Mittelalters. Eine Forschungsbilanz nach der deutschen Einheit (Beihefte der Historischen Zeitschrift, N.F. 22), München 1996

8. Europa entdeckt seine Vielfalt 1050-1250 (Handbuch der Geschichte Europas, Bd. III), Stuttgart 2002

9. Königsberg – Deutschland – Europa. Heinrich August Winkler und die Einheit der Geschichte (Humboldt-Universität zu Berlin, Öffentliche Vorlesungen, Heft 131), Berlin 2004

10. Christen, Juden, Muselmanen. Die Erben der Antike und der Aufstieg des Abendlandes, 300 – 1400 n. Chr. (Siedler Geschichte Europas), München 2006

10a. Als Deutsches Blinden-Hörbuch (Deutsche Blinden-Bibliothek der Deutschen Blindenstudienanstalt e. V. Marburg), Verleih-Nr. 15035, v. 16.07.2008 (36,5 Stunden)