Univ.-Prof. DDDr. Clemens Sedmak

Clemens Sedmak ist seit 2005 Professor für Sozialethik am F.D. Maurice Chair am King’s College London (Universität London). Als Gastprofessor für Sozialethik hat er an der Universität Salzburg den Franz Martin Schmölz OP Lehrstuhl inne und belegt im akademischen Jahr 2009/2010 den Johann Gottfried Herder Lehrstuhl für Osteuropastudien an der Universität Jena. Prof. Sedmak leitet das 2005 gegründeten Zentrums für Ethik und Armutsforschung am Fachbereich Philosophie der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg und ist seit 2006 Präsident der Salzburg Ethik Initiative, einer Kooperation von Wissenschaft (Universität Salzburg), Kirche (Erzdiözese Salzburg) und Wirtschaft (Raiffeisenverband Salzburg). Seit 2008 ist er Präsident des ifz, dem Internationalen Forschungszentrum für soziale und ethische Fragen. All die äußeren Aktivitäten sollen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es im Leben um eines geht: es in der Kunst der Liebe, wie es Erich Fromm genannt hat, möglichst weit zu bringen. Hierbei ist die Familie das beste Übungsfeld: Seine Frau Maria und die Kinder Magdalena, Gabriel und Jonathan sind ihm Halt, Lebensquelle und Herausforderung der anderen Art.

Forschungsinteressen und Arbeitsgebiete

Armutsforschung und Sozialethik (Welthunger, Arbeitswelt, Arbeitslosigkeit), Erkenntnistheorie und Wissenschaftstheorie, Religionsphilosophie und Religionswissenschaft. Seit 2008 engagiert sich Sedmak in der Führungsethik und hat einen eigenen internationalen Lehrgang für Führungskräfte entwickelt.

Studium und Werdegang

Clemens Sedmak wurde am 6. August 1971 in Bad Ischl geboren. Er studierte Theologie, Philosophie und Soziologie in Innsbruck, Linz, New York und an der ETH Zürich und schloss die Studien mit Arbeiten über Armut & soziale Ausgrenzung, Ludwig Wittgenstein und Ioannes Duns Scotus ab. Clemens Sedmak führte in New Jersey soziologische Studien durch und engagierte sich zwölf Monate in Mozambique bei den „Missionaries of Africa“. Ab 1992 war er Studienassistent für Philosophie in Innsbruck und promovierte mit Arbeiten über das Sprachspielmodell von Ludwig Wittgenstein, soziale Theorien und über das Vorherwissen Gottes und die Freiheit des Menschen zum Dr. phil. fac. theol. (sub auspiciis Praesidentis Rei Publicae), Dr. phil. und Dr. theol. Im Rahmen des Auslandszivildienstes managte er 1996 Finanzen und Buchhaltung eines Forstprojektes in Bhutan und führte eine soziale Studie über die lokalen Veränderungen durch das Projekt durch. ((„Social Impact Assessment“)) Nach seiner Rückkehr habilitierte er sich 1999 in Theologie an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz (mit einer Arbeit über das Verhältnis von Theologie und Sozialwissenschaften). Im Jahr 2000 erfolgte die Habilitation für Philosophie an der Universität Innsbruck. Einige postgraduale Kurse ergänzten die universitäre Ausbildung: Cultural Anthropology – Maryknoll/New York: 1994; Entwicklungssoziologie: ETH Zürich, 1998-2000; Friedensforschung: University of Lancaster 2002; Impact Assessment. INTRAC, London, 2003) Im Jahr 2002 erhielt Sedmak als jüngster Universitätsprofessor Österreichs den Lehrstuhl für Erkenntnistheorie und Religionsphilosophie an die Universität Salzburg, den er bis 2005 inne hatte.

Aufenthalte als Gastprofessor

1999 bis 2001 Studienaufenthalt in Chicago als Fellow des FWF und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Forschungsaufenthalte zur kontextuellen Theologie auch in Rom, Toronto und München
1997 Gastprofessor für Soziologie an der Kenyatta University in Nairobi
1998 & 2008 an der Ateneo de Manila University in den Philippinen
1999 am Milltown Institute in Dublin und im Formation House der Missionaries of Africa in Tamale, Ghana
1999 & 2000 Gastprofessor an der University of Notre Dame/Indiana
2000 und 2001 am East Asian Pastoral Institute in Manila 2004 Lehrstuhl „Cultura y Fe“ an der Universidad Iberoamericana in Mexico City
2006 & 2007 Gastprofessor am Allenhall College, University of Louvain
Lehrtätigkeiten an der Kepleruniversität Linz und der Donauuniverstität Krems Forschungsaufenthalte führten ihn an das Wittgensteinarchiv an der Universität Bergen, an das Lonergan Archiv an die Universität von Toronto, an das Centro Oscar Romero, University of Central America, San Salvador und an das Queen Elizabeth House, University of Oxford

Engagement

In der österreichischen Gesellschaft für Philosophie engagierte er sich 2002-2004 als Präsident und seit 2004 als Vizepräsident. Er ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Östereichischen Armutskonferenz und des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin (Universität Wien), Mitglied des Kuratoriums der Katholischen Sozialakademie Österreich und Mitglied der Kommission „Iustitia et Pax“ der Österreichischen Bischofskonferenz. Im Jahr 2005 hat Sedmak den Verein „unicum:mensch“ gegründet, der sich um einen Brückenschlag zwischen Wissenschaft und humanitärer Praxis bemüht, etwa in Form einer Benefizbuchreihe.

Auszeichnungen und Preise

Würdigungspreis des Wissenschaftsministeriums 1993 und 1994
Ehrenring des Bundespräsidenten 1994
Rotary Höchstbegabtenstipendium 1996
Kardinal Innitzer Förderungspreis 1998
Forschungspreis der Stadt Innsbruck 1999
START Preis 2001
Leopold Kunschak Preis 2002

Neuere Publikationen

  • Der Mensch – ein Mängelwesen? Endlichkeit-Kompensation-Entwicklung. Hg. gemeinsam mit Heinrich Schmidinger. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2009 (250 pp)
  • Europäische Geschichtskultur – Europäische Geschichtspolitik. Vom Erfinden, Entdecken, Erarbeiten der Bedeutung von Erinnerung und Geschichte für das Verständnis und Selbstverständnis Europas. Hg. gemeinsam mit Christoph Kühberger. Innsbruck: Studienverlag 2009 (298 pp)
  • Facing Tragedies. (ed. gemeinsam mit O. Neumaier, G. Schweiger, C. Hamilton). Series: Perspectives on Social Ethics (ed. Neumaier/Sedmak). Volume 2. Münster: LIT 2009 (285 pp.)
  • Menschenwürdiges Arbeiten. Eine Herausforderung für Gesellschaft, Politik und Wissenschaft. Gemeinsam mit Th. Böhler, O. Neumaier, G. Schweiger. Wiesbaden 2009 (192 pp)
  • Eliten oder Nieten. Die Finanz- und Wirtschaftskrise als Folge politischer und wirtschaftlicher Führungsschwächen. (gemeinsam mit Manfred Holztrattner). Salzburg: Kiesel 2009 (200 pp.)
  • Quellen des Glücks. Von der Kunst des guten Lebens (gemeinsam mit A. Kothgasser). Innsbruck: Tyrolia 2009 (150 pp.)
  • Religious Intelligence. Developing Religious Literacy in a Secular World. Continuum 2009 (176 pp.)
  • Leid verstehen (gemeinsam mit C. Unterrainer). Augsburg: Sankt Ulrich Verlag 2010 (160 pp.)