Msgre. Prof. Dr. Tomás Halik

Geboren am 1.6.1948 in Prag.

In den 60. Jahren Studium der Soziologie, Philosophie und Psychologie an der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität in Prag.

Bis 1989 durfte er aus politischen Gründen nicht als Hochschuldozent tätig sein und war in unterschiedlichen Berufen tätig, zuletzt als Psychotherapeut der Drogenabhängigen. In den 70. Jahren war er in den sog. „illegalen Strukturen der katholischen Kirche“ aktiv, studierte Theologie und wurde in der ehemaligen DDR geheim zum Priester geweiht; in den 80. Jahren gehörte er zu den nächsten Mitarbeitern von Kardinal Tomášek.

Erst nach der Wende durfte er öffentlich an der Universität, in der Kirche und in den Medien auftreten. Er hat das Postgradualstudium an der Päpstlichen Lateranuniversität in Rom absolviert und sich für praktische Theologie in Breslau und für Soziologie in Prag habilitiert. In den Jahren 1990-93 war er Generalsekretär der tschechischen Bischofskonferenz; Johannes Paul II. hat ihn zum Konsultoren des Päpstlichen Rates für den Dialog mit Nichtaglaubenden ernannt.

Nun ist er Soziologieprofessor an der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität in Prag, Rektor der Universitätskirche St. Salvator in Prag und Präsident der Tschechischen christlichen Akademie.

In den letzten neun Jahren hat er auf Einladung von vielen Universitäten Vortrags- und Studienreisen in Europa, USA, Lateinamerika, Indien und Japan absolviert. Er war als Gastprofessor an den Universitäten in Pittsburgh, Oxford (2001) und Cambridge (2003) tätig. Er ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie von vielen anderen ausländischen wissenschaftlichen Gesellschaften, er hat viele Bücher und Artikel im In- und Ausland veröffentlicht. Es wurden ihm der amerikanische Preis der Toleranz für 2002 und der österreichische Kardinal-König-Preis für 2003 verliehen. Er war ein externer Berater des tschechischen Staatspräsidenten Václav Havel.

Er engagiert sich im öffentlichen Leben, in den Bürgerinitiativen und in den Medien, spricht sich für die Toleranz und für den Dialog unter den Angehörigen verschiedener Völker, Rassen, Religionen und politischer Gruppen aus, nimmt zu den Fragen der politischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Ethik Stellung. In seiner wissenschaftlich-pädagogischen Arbeit konzentriert er sich vor allem auf die Religionsphilosophie und Religionssoziologie.

Vorträge beim MontagsForum

07. Jän. 2013

Geduld mit Gott