01. Apr. 2019

Brennpunkt: Gelebte Räume – Kann Architektur Heimat schaffen?

Prof. Dr. Tobias Natter
Vorarlberger Barockbaumeister. Über Repräsentationslust und Saisonarbeit

Zu Recht ist man in Vorarlberg stolz auf die Barockbaumeister. Aber wer sind sie? Wie waren sie organisiert? Und was hat ihre internationale Tätigkeit mit Heimat zu tun? Der Vortrag präsentiert ausgewählte Hauptwerke, stellt barocke Baulust und Auftraggeber vor und nähert sich der Praxis der „Auer Zunft“. Befragt werden mögliche Bezüge zur Gegenwart, historische Vorbildwirkungen und aktuelle Zusammenhänge.“

Dipl.-Ing. Helmut Dietrich
Architektur und regionale Identität

Regionale Haustypologien prägten Jahrhunderte lang die Landschaftsbilder im Alpenraum. Die Häuser waren optimal angepasst an Landschafts- und Wirtschaftsformen.
Nach 1950 entstanden massenhaft Neubauten, die sich vordergründig am „Tirolerhaus“ orientierten und einem rustikalen Schematismus folgten. Diese folkloristischen Interpretationen prägten auch bald das Bild unserer Bergtäler. Im Bregenzerwald entstanden bereits in den 60er Jahren neue Wohnhäuser, die an die Tradition des Bregenzerwälderhauses anknüpfen, diese aber neu interpretieren. Respektvoller Umgang mit Landschaft und Topografie, die Renaissance des Baustoffes Holz, klare und gut proportionierte Baukörper sind die Gemeinsamkeiten, die zu einer Typologie, zu einer „neuen Tradition“ geführt haben.
Parallel dazu erfuhren auch die alten Bregenzerwälderhäuser eine verstärkte Wertschätzung, zahlreiche Beispiele zeigen die hervorragenden Umnutzungsmöglichkeiten für ein zeitgemäßes Wohnen.

 

 

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